Idyllische Kleinstadt an der südwestlichen Müritz

Stadthafen
Röbel/Müritz ist eine Stadt im Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern am Westufer der Müritz. Um Röbel liegen im Uhrzeigersinn die Orte Gneve, Ludorf, Vipperow, Priborn, Melz, Bollewick, Nätebow, Karchow, Bütow, Minzow, Groß Kelle, Sietow und Gotthun.

(Alt-)Röbel entstand bereits im 10. Jahrhundert. Die Stadt erhielt 1226 von Heinrich Borwin II., einem Urenkel Niklots, des Stammvaters der mecklenburgischen Fürsten und Herzöge, das Schweriner Stadtrecht, welches für die Nova Civitas Robele nach dem Zusammenschluss der Neustadt mit dem Suburbium der Burg 1261 bestätigt und erweitert wurde.

Im 13. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche St. Marien (um 1230) in der Altstadt, die Pfarrkirche St. Nikolai (1275) in der Neustadt und ein Büßerinnenkloster (um 1250) erbaut, letzteres wurde 1298 nach Malchow verlegt. Die Klostergebäude übernahmen die seit 1285 bei der Burg etablierten Dominikaner. Neben dem Kloster befand sich der Hof des „Sandpropstes“ des Klosters Dobbertin, des Verwalters der Ländereien und Dörfer, die diesem Benediktinerinnenkloster 1237 zuerkannt worden waren. Die mittelalterliche Stadtsiedlung dieser „Doppelstadt“ blieb trotz der vielen Stadtbrände fast unverändert in der Struktur erhalten. Vorrangig traufständige, zumeist zweigeschossige Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert beherrschen das Stadtbild.

Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit dem Rathaus im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild dieser farbigen Fachwerkstadt hat sich stark verbessert.

Das Stadtwappen zeigt in der heraldisch rechten Hälfte unter einer Sonne den Stierkopf des Herrenhauses Werle mit der herausgestreckten Schmähzunge (Bewehrung), die Nicolaus von Werle wohl nach einem Sieg gegen die Brandenburger in sein Wappen aufnahm. Die älteste Darstellung dieses Wappenbildes befindet sich im Chor der Marienkirche und wird auf die Zeit um 1280 datiert. Linkshälftig befindet sich der Petrischlüssel als Symbol für die starke kirchliche Präsenz in der Stadt (zwei Bistümer, Kloster). Dieses Wappen geht auf das Stadtsiegel aus der Zeit der Stadtgründung zurück, einem der ältesten Siegel Mecklenburgs.

Röbel ist über die Müritz mit allen Bundeswasserstraßen verbunden. Ein ausgebauter Stadthafen ist vorhanden, der von verschiedenen Personenschifffahrtsunternehmen angesteuert wird. Einer der bedeutendsten Einwohner von Röbel/Müritz ist der Grafiker und Maler Werner Schinko.

Bollewick

Feldsteinscheune Bollewick
Zwei Großsteingräber zeugen von einer sehr frühen Besiedlung des Ortes. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort allerdings geplündert und komplett abgebrannt. Lange Zeit galt Bollewick als nicht besiedelte Wüstung. Erst ab 1930 setzte eine verstärkte Wiederbevölkerung ein. Das Wahrzeichen von Bollewick ist die riesige Feldsteinscheune aus dem Jahr 1881. Die höchste Erhebung, der Mohrberg ist zwar nur etwa hundert Meter hoch. Von hier hat man allerdings einen sehr schönen Blick auf die Müritz.

Die SCHEUNE Bollewick

Deutschlands größte Feldsteinscheune ist eines der Welcome Center der Region.

Bioenergie-Region

Das Thema erneuerbare Energien ist in Bollewick ein ganz zentrales geworden. Das Seengebiet innerhalb der Städte Waren (Müritz), Neustrelitz und Neubrandenburg wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Bioenergieregion ausgewählt. Im Rahmen eines deutschlandweiten Wettbewerbs konnte man sich durchsetzen. Funktionierende Netzwerke im Bereich Bioenergie sollen durch den Wettbewerb etabliert werden. Die Inwertsetzung der vorhandenen Biomassepotenziale soll zum Nutzen der Region beitragen. Vorrangig ist ein nachhaltiger Ausbau, der auch zu neuen Arbeitsplätzen in der Region führt, angestrebt. Die Gemeinde Bollewick engagiert sich stark für dieses Projekt.

 

Geschichte Bollewick:

  • 1800 Jahre v. d. Zeitrechnung – jüngste Steinzeit
    Großsteingräber i. d. Fuchstannen und in der Nähe von Karckow und Spitzkuhn
  • 1000 Jahre v. d. Zeitrechnung - Bronzezeit
    Hügelgrab mit Kastanie in Spitzkuhn, bronzezeitlicher Kultplatz,
    großer Findling und Schälchenstein in der Bollewicker Feldmark.
  • 600 Jahre vor der Zeitrechnung – Ältere Eisenzeit
    Urnenfeld in Bollewick
  • 1261 Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Nädebuh (Nätebow)
    bei der Festsetzung der Grenzen der Feldmark von Röbel.
  • 1331 Bau der Kirche in Nätebow;
    Conrad von Büne, Ritter des Fürsten von Werle erbaute die Kirche in Nätebow. Er ist Besitzer des Dorfes Nätebow und des Gutes Bollewick.
    Das slawische "Nedebu" war einst ein selbst ständiger Ort neben Bollewick.
    Das Gut Bollewick lag ursprünglich weiter westlich, direkt am Wachstower See.
  • 1432 Zeit des Raubrittertums.
    Es besteht ein Zustand völliger Anarchie und des Faustrechtes.
    Ein Waffenhaus wird an die Kirche angebaut.
  • 15+16 Jahrhundert – der Besitz des Dorfes wechselt häufig
    an verschiedene kirchliche und weltliche Fürsten.
  • 1604 Pestjahr - ein Höhepunkt der Hexenverfolgung
    Nach dem 30 - jährigen Krieg nehmen die Hexenprozesse zu.
    Zwischen den Jahren 1500 und 1700 werden nachweislich
    4000 Hexenprozesse geführt. 2000 Mensch fanden den Tod.
  • 1618 -1648 30 jähriger Krieg
    Zu Beginn des 30- jährigen Krieges wohnten 12 Bauern im Dorf Nätebow
    Am Ende des Krieges ist das Dorf abgebrannt und verwüstet.
  • Eine Frauen aus Nätebow/Bollewick wurde der Hexenprozess
    gemacht: 1632: Frau Anna Meltzowen
    Ob diese Frau verurteilt wurde, kann nicht nachgewiesen werden.(Siehe Museum der Alten Burg in Penzlin)
  • 1682 Der brandenburgischen Rittmeisters Kaspar Christoph von Langermann wurde Eigentümer des Gutes.
    • 1702 Kaspar Christoph von Langermann konnte alle anderen Anteile im Ort erwerben.
      Seine nachfahren hatten mit den Dörfern Bollewick, Carlshof, Dambeck, Karchow, Erlenkamp und Spitzkuhn neben Nätebow eine ansehnliche begüterung von 3300 Hektar.
  • 1733 Gutshof und Tor in Spitzkuhn erbaut 
  • 1786 Der Hof Bollewick wird auf den jetzigen Standort verlegt. 
  • 1800 Eine Windmühle wir auf dem Berg in Bollewick errichtet.
    (Berg – jetzt das Heckenlabyrinth)
  • Anfang des 1900 Jahrhunders gab es eine Ziegelei in Nätebow
    (auf den jetzigen Gundstücken Ihrke, Dabelstein Bressler)
  • 1816 Am 13.Oktober hebt Ferdinand von Maltzahn als Erster die Leibeigenschaft auf seinen Gütern auf.
  • 1848/49Die Revolution bildet den Höhepunkt im Prozeß der bürgerlichen Umwälzung.
  • 1850
    Nätebow 129 Einwohner
    Bollewick 18 Einwohner
    Spitzkuhn 56 Einwohner
  • 1867 Der Baron Wilhelm von Langermann zu Erlenkamp und Spitzkuhn lies eine befestigte Straße zwischen den beiden Hauptbetrieben Dambeck und Bollewick auf einer Länge von ca 6.500 m und einer Breite von 3 m aus zugeschlagenen Steinen erbauen. 
 
  • 1881 In der Zeitung "Der Mecklenburger" ist im Juni-Heft 1881 folgendes zu lesen:
    "Der Baron von Langermann -Erlenkamp und Dambeck, erbaut auf seinem Hof Bollewick ein Gebäude von gerade kolossalen Dimensionen. Es wird ohne Frage, das größte Gebäude dieser Art in ganz Mecklenburg und gewissenermaßen ein Landwunder sein."
    Am Ende maß das Gebäude aus hiesigen Feldsteinen dann 125 mal 34 Meter und veränderte entscheidend das Dorfbild. 
  • 1905 Nätebow 7 Einwohner
    Bollewick 132 Einwohner
    Spitzkuhn 43 Einwohner
  • 1914 - 1918 Im ersten Weltkrieg brach die Ernährungswirtschaft zusammen. Der furchtbare
    Hungerwinter 1916/1917 wurde als "Steckrüben Winter" bezeichnet.
    Das Kriegsdenkmal 1914 - 1918 vor der Nätebower Kirche erinnert noch an die Opfer
    des ersten Weltkrieges.
  • 1925 Nätebow 2 Einwohner , im Haus, Röbeler Str.4, befindet sich bis 1929 die Küsterschule
    Bollewick 138 Einwohner
    Spitzkuhn 29 Einwohner
  • 1. Juli 1927 Gründung des "Motorspritzenverbandes für Röbel und Umgebeung". Auch die
    Landgemeind Bollewick, mit Nätebow und Spitzkuhn gehörten dazu.
    Die Löschgeräte befanden sich in einer Ecke auf der Giebelseit der Feldsteinscheune.
    Vermutlich waren die Gutsleute vom Hof Bollewick in einer Pflichtfeuerwehr.
  • 1930/31 war der Besitz von Freiherr von Langermann-Erlenkamp so überschuldet, dass die
    Landsiedlungsgesellschaft "Hof und Hufe" den Besitz in Spitzkuhn, Bollewick und Nätebow
    übernahmen und 72 Siedlungen errichten ließ.
    Insgesamt betrug die Betriebsfläche der neu angesiedelten Bauer 1.132 ha und sie hatten
    nach den Reichsnährstandsakten 1938/39, 169 Pferde,596 Rinder und 932 Schweine
    in ihrem Besitz.
    262 Männer und Frauen waren in den Betrieben tätig.
    Bei der Aufsiedlung des Gutes wurde die Feldsteinscheune einbezogen und durch
    Teilung erhielten 7 Bauern darin ihre Wirtschaftsgebäude und der Resthof des letzten
    Verwalters Stark auch die Wohnung.
    Bei der Besiedlung des Gutes Bollewick wurde auch das Schulgebäude in Nätebow
    (Röbeler Str.4) zu einer Siedlungsstelle gemacht.
    Durch die Siedlungsgesellschaft wurde ein neues Schulhaus
    errichtet.
  • 1932 Am 3. Dezember, wird die neue zweiklassige Schule an der Spitzkuhner
    Str. 19 eingeweiht. Lehrer Drews sprach Worte der Begrüßung.
  • 1939-1945 Zweiter Weltkrieg
    Am 29. April 1945 zogen die letzten faschistischen Truppen durch das Dorf
    2. Mai 1945 Befreiung des Dorfes vom Faschismus durch die Sowjetarmee
  • 1945 - 2011 Bürgermeister
    Herr Erich Läufer
    Herr Horst Frahm
    Herr Grede
    Herr Artur Radke
    Frau Heidi Bachmann
    Frau Claudia Sprick
    Frau Regina Albrecht
    Herr Bertold Meyer
  • 1946 Gründung der VdgB/BHG (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe/
    Bäuerliche Handelsgenossenschaft)
    Bereitstellungvon Gerätschaften für den Ackerbau, Nutz-und Zuchtvieh,
    sowie Saatgut, gegenseitige Hilfe auf den Feldern.

    Vorhandene Einrichtungen in Bollewick:
    Schmiede (Luis Köster) mit Ausschank und Post
    Lohndrusch und Holzschnitt (Heinrich Sonnenburg)
    Kaufmannsladen (Fritz Meyer)
  • 1952 Gründung der LPG Typ I Bollewick (Landwirtschaftliche
    Produktionsgenossenschaft)
    Zusammenschluss der Einzelbauern zur gemeinsamen Bewirtschaftung der Felder. Tiere
    blieben in Privatbesitz .
    Daraus entstand 1957 die LPG Typ III "7 November".
    Die Scheune wurde Stück für Stück umgebaut, um die Tierbestände
    unterzubringen.
  • 1962 Bau des Kindergartens (Spitzkuhner Str.3)
  • 1968 Umbau der Feldsteinscheune zu einer Michviehanlage mit 650 Kühe
    Ganzjährige Stallhaltung
  • 1971 Bau der Konsumverkaufstelle (Spitzkuhner Str.22)
  • 1972 Gründung der ZGE Milchproduktion Bollewick (Zwischengenossenschaftliche Einrichtung)
  • 1973 Bildung der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP)
  • 1976 Zusammenschluss der LPG (T) Kambs mit der LPG (T) Bollewick
    Bau eines Lehrlingswohnheimes (Röbeler Str. 64)
  • 1978 Ausbau Kindergarten und Kinderkrippe (Spitzkuhner Str.3)
    Gründung der Firma Hinrichsen (Autokonservierung)
  • 1985 Gründung der Firma Bautischlerei-Stellmacherei, Hans-Ulrich Risch
  • 1986 725 Jahrfeier Bollewick, mit historischem Umzug. Spiel und Tanz in NVA-Zelten auf dem alten
    Schulgelände.
    Bis 1986 wurden in der Gemeinde 15 Eigenheime gebaut und ein Jugendklub eingerichtet. In der Gemeinde
    leben 384 Bürger, davon im Ortsteil Spitzkuhn 62 Bürger.
  • 1989 Friedliche Revolution in der DDR
    1990 DDR tritt der Bundenrepublik bei
    1991 Wahlen: Bertold Meyer wird Bürgermeister

    1991 Liquidation der LPG Bollewick. Die Gemeinde Bollewick übernimmt die Scheune, und damit auch ein Berg von Altlasten.
    Es wird nach einer neuen Nutzung des historischen Bauwerkes gesucht.
    Eine Gruppe um den Bürgermeister Bertold Meyer gründeten den Verein "Arbeits-und Ausbidungsinitiative e.V." (BAB).

    Es siedeln sich neue Landwirtschaftsbetriebe in Bollewick an.
    - Wiedereinrichter: GbR Ebel/Vogler in Nätebow (später GbR Dabelstein)
    - Landwirtschaftsberieb: Kostos/Ortmann in Spitzkuhn
  • 1992-1995 Rekonstuktion der Scheune
    Über 1000 Tonnen Beton werden aus der Scheune geschafft.
    Das Güllesiloe entfernt, das Erdreich um die Scheune abgetragen, der Teich ausgebaggert, der
    Dachstuhl rekonstruiert.
  • 1994 Die erste Messe "Made in Mecklenburg" und erste Kunstausstellung wird
    eröffnet.
    Es wird ein voller Erfolg.
    Eine Idee nimmt Gestalt an.
  • 1996 Die Freiwillige Feuerwehr Bollewick zieht in die Scheune ein.
  • 1997 Erste Mieter ziehen in dei Scheune ein.
    Der Verein wir mit dem Tat-Orte Preis ausgezeichnet. Ein Projekt der Deutschen
    Bundesstiftung Umwelt in Kooperation mit dem Deutschen Institut für
    Urbanistik.
  • 1999 Der Ausbau des Erdgeschosses ist abgeschlossen.
    Im Herbst wird mit dem Ausbau des Dachgeschosses begonnen.
  • 2000 Das Scheunen-Hotel Reschke und die Regionalschau "Die mecklenburgische Seenplatte stellt
    sich vor" werden Anfang April eröffnet.
    Erneut erhält die Gemeinde den TAT-ORT Preis.
  • 2001 Die Scheune wird 120 Jahre alt.
    Über 20 Gewerbetreibende sind in der Scheune etabliert.
    Im Dorf entstehen neue Eigenheime und viele Handwerksberiebe und Gewerbetreibende
    wurden ansässig.
  • Es wird mit dem Bau der "Gläsernen Schlachterei" begonnen.
  • 2007 Das Hotel wird ein Bio-Hotel.
  • 2007 Beschuß der Gemeinde: Bollewick soll Bio-Energie-Dorf werden.
    1. Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Landwerkstätten und dem Scheunendach
    2. Errichtung von 2 Bio-Gas-Anlagen
  • 2009 Bollewick und Kambs mit dem OT Wildkuhl wird ein Dorf.
    Bollewick zählt jetzt 646 Einwohner.
  • 06.07.2010 Grundsteinlegung der Bio-Gas-Anlage auf dem Bauernhof von Henk van der Ham
  • 06.05.2011 In Betriebnahme der Bio-Gas-Anlage auf dem Bauernhof von Henk van der Ham
    06.05.2011 Grundsteinlegung der Bio-Gas-Anlage auf dem Bauernhof von Dabelstein
  • 2011 Bollewick ist 750 Jahre alt.
    Die Scheune ist 130 Jahre alt.
    Die Kirche in Nätebow ist 680 Jahr alt.

 

 

 

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